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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kroatien von Rab nach Skradin Teil 4 (Schluß)


uli_hd
08.03.2006, 21:48
Wie bereits in Teil 3b beschrieben lagen die Boote in der Marina Tribunj ruhig und sicher vertäut. Das Schlafen war zumindest für mich eine andere Sache, eventuell war auch der Alkoholpegel vom Vorabend nicht ausreichend.

Auf der gegenüberliegenden Molenseite feierte nämlich eine ungarische Segelcrew lautstark Ihren geglückten Segeltörn (das Anlegen am Abend zuvor in der Dämmerung war nicht gerade klassisch verlaufen) und das kommende Auschecken. Gott sei Dank haben sie wenigstens meinen Musikgeschmack getroffen, sonst wäre es nicht auszuhalten gewesen, die Fete ging immerhin bis morgens vier Uhr. Rainer, wieder mit allen Kids an Bord, hat jedenfalls nach seiner Aussage von dem Lärm nichts mitbekommen. Aber auch die Nacht ging vorbei und man spürte bei allen Teilnehmern, daß jeder sich freute, nach drei Nächten auf dem Boot, bei doch sehr beengten Verhältnissen, die kommende Nacht wieder im Appartement im richtigen Bett zu liegen. Nachdem alle die bereits als äußerst luxuriös beschriebenen Wasch-, Duschräume aufgesucht hatten, stand noch ein gemeinsames Frühstück auf der Heckablage von Rainer's Boot an und dann konnte es weitergehen.

Wie immer, etwas später als geplant, Leinen los in Richtung Muterski Kanal. Als Besichtungen standen auf der Heimfahrt eigentlich nur noch Biograd, Zadar und Nin auf dem Programm. Die Wetterverhältnisse waren gut, es schien schon am Morgen die Sonne, wie wir es eigentlich von Kroatien gewohnt sind und keine Wolke am Himmel. Die Stimmung der Mannschaft somit dementsprechend. In die Marinas auf Murter Jezera, Betina und Hramina wollten wir eigentlich nur mal mit dem Boot einfahren, um die Örtlichkeiten kennenzulernen. Man weiß ja nie, wann man mal wieder in die Richtung kommt und vielleicht auch bei widrigen Wetterverhältnissen einen sicheren Liegeplatz sucht.

Nach Ablegen und Ausfahrt aus der Marina-Anlage Ruder an die Mädchen übergeben (man will ja in diesem Jahr den Führerschein machen), kurze Einweisung ins GPS, Route war ja einprogrammiert, und die Hoffnnug die Marina Jezera anzusteuern. Kartenausdrucke mit Routenverlauf im DIN A4 Format waren ebenfalls am Steuerstand angebracht. Trotzdem scheint das Kurshalten für einen Anfänger doch nicht ganz so einfach zu sein, wenn ich unser Kielwasser beobachtete. Nach Hinweis auf einen
Orientierungspunkt sind wir dann aber doch mit einem sauberen Strich in die Marina eingelaufen. Eigentlich wollten wir nur etwas die Steganlagen und Infrastrukur begutachten, umso überraschter war ich, als Rainer schon wieder die Tankstelle ansteuerte. Ja ja so ein V8 hat doch mächtig Durst, auch wenn es manche Leute nicht zugeben, oder wahrhaben wollen. In der Marina herrschte reger Betrieb, es war ja wieder der erste richtig schöne Tag und alle zog es hinaus. Da wir nicht fest gemacht hatten, mußten die Mädels das Boot mitten in der Marina auf der Stelle halten, was durch den Wellenschlag der aus- und einfahrenden Boote nicht immer leicht war. Aber man lernt schnell, wie ich feststellte.

Aus der Marina heraus wurde Kurs auf die Brücke von Tisno genommen. Wohlweislich hatte ich das neue Boot mit klappbarem Geräteträger genommen und war gespannt, ob die Durchfahrtshöhe für den Steuerstand ausreicht. Osor hatte ich schon hinter mir, dort hatte ich noch ca. 10-15 cm Luft. Bei Tisno wird die Durchfahrtshöhe etwas höher angegeben, also sollte es eigentlich funktionieren, aber man weiß ja nie so genau. Also ich wieder Ruder übernommen, den Gerätebügel umgelegt, und auf die Brücke zu. Aus Nordwest kam mir dann ein Italiener entgegen, der ebenfalls den Bügel flach gelegt hatte und den ließ ich erst mal passieren. An der Brücke erwischte uns dann die nach Nordwest setzende Strömung und man hätte schon einen richtigen Schlag rückwärts geben müssen, wenn die Höhe doch nicht gepaßt hätte. Die Köpfe wurden vorsorglich trotzdem eingezogen. Jeder der schon einmal unter den Brücken von Osor bzw. Tisno mit einem entsprechend hohen Steuerstand durch ist, wird mir rechtgeben, daß man es bei Anfahrt nicht exakt abschätzen kann.

Nach der Brücke Gerätebügel hoch, Ruder an die Mädels und Kurs auf Marina Betina und Hramina, in die wir aber nur kurz eingefahren sind. Interessant die vielen kleinen Inseln zwischen Murter und Arta. Man hat immer das Gefühl es handelt sich um eine einzige Insel bis man querab ist und die kleinen Durchfahrten erkennnt. Querab von Arta befindet sich eine Gefahrenstelle und wir, vor lauter Umherschauen und Quatschen, mittendrin. Es hat trotzdem keinen Propeller gekostet. Nördlich von Pakostane wollten wir dann noch die Feriensiedlung Crevena Luka anlaufen, ehemals Club Med (Strohhütten im polynesischen Stil), die ich aus meiner ersten Tour noch als sehr schön in Erinnerung hatte. Der Blick in die Gesichter der Mannschaft, ließ jedoch auf kein großes Interesse schließen. Also durch bis Biograd.

Der Versuch beide Boote im Hotelhafen südlich der Marina festzumachen schlug fehl. Aber wenigstens ich durfte ausnahmsweise liegenbleiben. Rainer hat dann in den Stadthafen verlegt. Von dort die nächste Kneipe angesteuert und erst einmal den großen Durst gelöscht. Zwischenzeitlich hatte es wieder etwas aufgefrischt und Rainer's Boot zog und zerrte an den Klampen, daß wir uns überlegten, eventuell doch noch einmal in die Marina zu verlegen, da wir ja eine Stadtbesichtigung vorgesehen hatten. Nach einem kurzen Spaziergang an der Uferpromenade mußten wir jedoch feststellen, daß aus unserer Sicht Biograd nicht viel zu bieten hat, was einen längeren Aufenthalt rechtfertigt. Also kurz entschlossen zurück zu den Booten und die Zeit lieber in Zadar investieren.

Nach dem Ablegen bereits wieder kleine Schaumkronen und der Gedanke, hoffentlich nicht auch noch Bora für den restlichen Rückweg. Sv.Filip i Jakov, Turanj, Sukosan ließen wir an steuerbord liegen, um möglichst schnell Zadar zu erreichen. Kurz nach Bibinje beginnt eingentlich schon die vorgelagerte Industriezone von Zadar und man kann nicht mehr von einer schönen Küste sprechen. Zum Anlegen hatte ich mir den kleinen Stadthafen Fosa ausgesucht und war gespannt, ober wir einen Liegeplatz finden. Schneller als erwartet, hatten wir Fosa querab. Allerdings hatten wir zwischenzeitlich die Geschwindigkeit auch auf ca. 50 km/h hochgeschraubt und Rainer war schon an der Einfahrt vorbeigerauscht. Also rein in den kleinen Hafen und in der hintersten Ecke tatsächlich noch Platz für unsere Boote. Der kleine Hafen ist für eine Stadtbesichtigung geradezu ideal. Ein paar Stufen hoch und man steht vor dem Landtor, welches den Zugang zu der wunderschönen Altstadt von Zadar, eröffnet. Die Mädels hatten sich etwas eingelesen und machten den Reiseführer durch die Stadt. Leider war auch hierfür die Zeit wieder etwas zu kurz, um Alles zu sehen. Naja von Rab nach Zadar kann man ja auch einmal eine Tagestour starten. Nach einem leckeren Eis kam dann doch der große Hunger und für die restliche Fahrt wurde dann noch einmal der Magen vollgeschlagen.

Zum Schluß stand eigentlich noch Nin auf dem Programm, da wir durch die Privlacki-Passage nach Osten in den Velebitski-Kanal wollten. Beim Essen haben wir dann beschlossen Nin nicht anzulaufen. Rainer äußerte zwar Bedenken die Passage zu nehmen, da er im Jahr vorher aufgesessen war und das Boot dann über eine Sandbank geschoben hat. Nach der Ausfahrt aus dem Hafen hatte sich das Wasser wieder beruhigt und ich Rainer überzeugt die Passage trotzdem zu nehmen. Ruck Zuck waren wir unter der Brücke, die Vir mit dem Festland verbindet, Motoren hochgetrimmt so weit es geht und Mädels in den Bug zum Ausguck. In Schleichfahrt sind wir dann durch die Passage in die Ninski-Bucht und die Ljubacki-Bucht. Man hat das Gefühl, als wäre man auf einem riesigen Baggersee mit unheimlich vielen Seitenarmen. Ich muß gestehen, daß ich hier auch einmal kurz die Orientierung verloren und die Ausfahrt in den Velebit-Kanal nicht auf Anhieb gesehen habe. Aber der gute Routenpfeil vom GPS bringt einem ja schnell wieder auf den richtigen Kurs. Nach der Einfahrt in den Velebit sind es noch gut 60 km bis zu unserem Heimatstandort. Das Wasser war ****glatt, was wir eigentlich im Velebit gar nicht erwartet hatten, kurzer Verständigungsblick von Skipper zu Skipper und Hebel auf den Tisch. In 1 Stde. 10 min. waren wir dann wieder dort, wo wir 4 Tage vorher gestartet waren. Eingangs des Barbatski-Kanals mußte Rainer, dann doch noch einmal richtig die PS spielen lassen, um dann aber kurz vor unserem Steg auf mich zu warten, um gemeinsam an die Mole zu gehen. Der letzte Schluck aus der Schnapsflasche, die uns unser Vermieter mit auf die Fahrt gegeben hatte, als sogenannter An- und Ableger, beendete unsere Tour.

Fazit: Vorausgehende Planung ist gut und nötig, aber in diesem Fall wurde versucht zuviel in die Tour zu packen. Logischwerweise, denn man macht so eine Tour ja auch nicht jedes Jahr. Jedes Boot hat seine Vor- und Nachteile, siehe Rauhwassertauglichkeit des Schlauchs auf der ersten Etappe nach Olib, umgekehrt die ausreichenden Schlafmöglichkeiten auf dem Kajütboot. Kompromißbereitschaft untereinander, schließlich waren wir mit 9 Personen unterwegs und auch die Kids haben in diesem Alter schon eigene Charaktäre. Ansonsten, trotz mehr schlechtem, als gutem Wetter, würde ich diese Veranstaltung jederzeit wieder machen. Ges. km 486, Sprit 275 l.

Fortnox
09.03.2006, 15:44
Vielen Dank für den letzten Bericht :cool: :cool:

Sehr schade dass es nun vorbei ist. Hoffentlich fährst bald wieder in Urlaub :cool: :futschlac